Systemisches Kreisen

April 15th, 2012

Ich bin zwar noch etwas müde vom Wochenende, aber ich hab so ein nettes Spiel kennen gelernt, dass ich es einfach schnell aufschreiben muss. Da ich ein Treffen mit ModeratorInnen hatte, hat auch eine davon, Kristina Pieper, dieses Spiel angeleitet.

Die Übung ist eigentlich recht einfach, man braucht ein bisschen Platz im Raum, da nun ein wenig gelaufen wird. Zunächst soll sich jedeR TeilnehmerIn unter den anderen MitspielerInnen eine Person raussuchen. Gemacht? Gut! Nun ist die Ansage, dass man diese Person möglichst zügig drei mal umrunden soll. Wenn man das geschafft hat, kann man sich wieder auf den Platz setzen und laut „geschafft“ rufen. Klingt erstmal recht einfach, aber da auf das Kommando hin, alle MitspielerInnen loslaufen, entsteht doch ein kleines Chaos.

Wir haben es alle geschafft, hatten dabei viel Spaß, haben gerempelt, geschummelt, gelacht und saßen am Ende wieder aufgefrischt und munter auf unseren Stühlen, für dich nächste Einheit.

Was habt ihr bei der Übung erlebt? Ich freue mich auf Eindrücke hier im Kommentar.

Dies ist zwar keine echt Übung, aber sehr hilfreich, wenn man mit etwas grösseren Gruppen arbeitet und Unruhe aufkommt bzw. man die Aufmerksamkeit der gesamten Gruppe haben möchte. Kommt auch meistens besser an, als auf den Fingern zu pfeifen.

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: 8 – 20 Personen, danach wird es wohl unübersichtlich

Material: Nix

Zeitaufwand: 5-10 Minuten

Raumbedarf: größere Fläche (Wiese wäre super) da man sich doch etwas bewegt

Anwendung: zum auflockern, nach der Pause und für zwischendurch

Das Interview mit der Erfinderin

März 19th, 2012

 An dieses Spiel musste ich denken, als ich den letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Es ist ein alter Bekannter und das erste Mal hab ich es wohl beim Improtraining mit Sandra Kiefer gespielt. Seit dem aber schon einige Varianten und Abwandlungen gesehen. Hier nun meine Basisversion.

Das Setting des Spieles ist eine Interviewsituation. Eine Moderation unterhält sich mit einem Gast über ihr/seine neuste Erfindung.

Der Gast wird von zwei Personen gespielt, eine redet, diese Person verlässt zu Beginn kurz den Raum, die zweite Personen spielt die Hände. Während die erste Person den Raum verlassen hat, überlegen sich alle anderen Personen, da können gerne die ZuschauerInnen einbezogen werden, was erfunden wurde. Es sollte möglichst ein etwas verrückter Gegenstand sein, wir hatten schon Bücher, die sich selber umblättern, Brillen mit Scheibenwischern, Wäsche, die sich selbst zusammenlegt etc. Die Spielleitung sollte darauf achten, dass der Gegenstand Möglichkeiten für ausgeprägte Gestik bietet.

Wenn die redende Person dann den Raum wieder betritt, stellt sie sich mit der zweiten Personen, welche die Hände spielen wird, zusammen. Ihre Aufgabe ist es, der redenden Person durch das Gestikulieren Hinweise zu geben, was denn die Erfindung ist, denn das weiß die redende Person ja nicht. Am besten, man stellt sich hintereinander und die Händeperson reicht mit ihren Armen unter den Armen der Redenden hindurch.

Nun beginnt das Interview. Die Moderation begrüßt den Gast und stellt Fragen, auf die der Gast antwortet. Nun müssen die Hände die Erfindung erklären und die redende Person muss so geschickt daher quasseln, dass sie selber auf den Gegenstand kommt. Hört sich in der Beschreibung etwas kompliziert an, ist aber gar nicht so schwierig und macht allen Beteiligten zumeist großen Spaß.

Wichtig ist, dass die Moderation ein bisschen hilft, wenn es den Anschein macht, dass die Redende nicht den richtigen Zugang findet. Die Hände können gerne auch ein paar „normale“ Gesten einbauen z.B. am Kopf kratzen, Däumchen drehen etc. Dabei aber nicht die Aufgabe aus den Augen verlieren und den Redenden gute Hinweise geben.

Als Variante haben wir auch schon Tatortbefragungen durchgeführt, da war die Moderation der/die KommissarIn und der/die ErfinderIn die TatbeobachterIn.

Ein großer Spaß und ich freue mich auf weitere Anwendungsbereich hier im Kommentar.

 

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: 3 Agierende und 3 – 15 Personen die zuschauen (kann aber auch vor einem größeren Publikum gespielt werden)

Material: Nix

Zeitaufwand: ca. 15 Minute (die Moderation sollte darauf achten, dass es nicht zu langatmig wird)

Raumbedarf: eine kleine Bühnenfläche wäre schön

Anwendung: zum auflockern

Persönlichkeitsraten

Februar 27th, 2012

Diese Übung habe ich bei einem TrainerInnen Treffen kennen gelernt und bedanke mich bei Joe, der sie vorgestellt hat. Ich finde, man kann sie entweder zum lockeren spielen zwischendurch nutzen, oder auch ein Thema mit ihr einführen. Entscheidet selbst.

Der Aufbau ist recht simpel, zwei Personen verlassen den Raum und überlegen sich gemeinsam zwei berühmte Persönlichkeiten, die sie jeweils darstellen. Dann kommen sie zurück in den Raum und führen ein Gespräch miteinander, jedeR jeweils so, als ob er/sie seine/ihre berühmte Persönlichkeit sei. Die anderen TeilnehmerInnen müssen nun raten, welche Personen es sind.

Als ÜbungsleiterIn kann man etwas unterstützen, indem man zum Beispiel den Ort vorgibt, an dem sich die Personen treffen. Man kann auch eine Liste mit Personen vorbereiten und die „DarstellerInnen“ suchen sich darauf jemanden aus. Das ist gerade dann, wenn man diese Übung zum Themeneinstieg nutzen möchte, sehr hilfreich.

Die SpielerInnen müssten ein Gespür dafür haben, wie viel oder wenig sie von „ihrer“ Person preisgeben können, so dass die Ratenden es nicht zu einfach haben, aber trotzdem Hinweise zum Erraten erhalten. Diese Szene kann auch als fiktives Telefonat geführt werden.  Berühmte Persönlichkeiten müssen natürlich nicht nur Filmstars sein, sondern können auch gemeinsam bekannte KollegInnen sein, wenn des das Thema einleiten kann. Da sollte man aber besonders auf Feinfühlichkeit achten.

Über weitere Einsatzmöglichkeiten freue mich mich, vielleicht ja als Kommentare an dieser Stelle.

 

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: 6 – 20 Personen

Material: Nix

Zeitaufwand: 5-10 Minuten

Raumbedarf: Keiner

Anwendung: Zur Einführung eines Themas oder auch einfach nur als lockeres Spiel zwischendurch.

Begrüßung mal anders

Januar 30th, 2012

 

 

Diese Übung habe ich bei einem blauen Sonntag (toller ClownsWorkshop) bei Julia Wiegmann und Christian Braun mitgemacht und finde sie vielleicht auch gerade wegen ihrer Einfachheit bestechend. Geeignet für den Anfang eines Trainings sorgt diese Übung gleich zu Beginn für einige Lacher und eine leichte Atmosphäre.

Es beginnt ganz einfach. Man lässt die TeilnehmerInnen kreuz und quer durch den Raum gehen. Zunächst können sie bei sich bleiben und so auch den Raum wahrnehmen. Als nächstes soll der Blick gehoben werden und man nimmt auch die anderen Menschen im Raum wahr. Nun soll man sich durch ein Zwinkern begrüßen, ohne Worte, kein großer Aufwand, einfach nur ein kleines Zwinkern, das auch durch den ganzen Raum gesendet werden kann. Und aber jetzt wird es lustig, nun wird weiter zur Begrüßung gezwinkert, aber mit dem anderen Auge. JedeR hat ja so sein Lieblingsauge, ich zum Beispiel kann auch nur mit einem Auge (rechts) zwinkern. Das wird schon etwas munterer und recht lustig, wenn man sieht, wie grimassig nun gegrüßt wird. Als nächstes kommt die Hand dazu. Nach einigen Begrüßungen mit der „richtigen“ Hand wird auch diese getauscht und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Als weitere Steigerung kann man noch eine akustische Begrüßung ergänzen, vielleicht ein einfaches „Hallo“ oder „guten Tag“, gerne auch mit dem Zusatz „Ich bin/heiße …“ wenn man gleich noch die Namen mit einfließen lassen will. Dies wird dann im nächsten Schritt erschwert, indem man die Zunge in einer der Wangen stecken soll.

Ein wirklich lustiger Einstieg und ich bin sicher, dass noch die ein oder andere Variante ergänzt werden kann. Über weitere Ideen zu dieser Übung freue ich mich in einem kleinen Kommentar.

 

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: 8 – 40 Personen

Material: Nix

Zeitaufwand: 5-15 Minute

Raumbedarf: Alle MitmacherInnen müssen sich gut im Raum bewegen können

Anwendung: Für einen munteren und unbeschwerten Seminareinstieg

Gehen & Stehen

Dezember 7th, 2011

 

Wie die Zeit vergeht. Mein guter Vorsatz, alle 2 Wochen ein neues Spiel einzutragen hat etwas gelitten, aber bald ist ja Jahreswechsel, da kann ich das von neuem planen 🙂

Dafür hatte ich in den letzten Wochen einige Seminare, so dass ich auch wieder schöne Spielideen eingesammelt habe. Diese zum Beispiel, ist mir an verschiedenen Stellen mit verschiedenen Variationen begegnet und ich möchte sie gerne teilen. Als Urheber kann ich zum einen Sandra Kiefer nennen, bei der ich Improvisationstheater mache, als auch Julia Wiegmann und Christian Braun, sehr feine KlinikClowns in Bremen, sowie Annemie Missinne, eine Clownin, die Seminare hält und sich gerade auf den Weg nach Aachen und umzu macht. 

Die Grundlage dieser Übung ist recht simpel. Alle MitspielerInnen gehen kreuz und quer durch den Raum.  

Variante 1: Wenn ich nun klatsche, müssen alle SpielerInnen stehen bleiben, bei der Ansage „Los“ gehen alle wieder durcheinander. Nun kann man mit langen und kurzen Pausen hantieren, kann zwei mal Klatschen etc. Zumeist entsteht eine konzentrierte Stimmung. Eine Ansage, dass Fehler willkommen sind, hilft, um etwas zu lockern.

Variante 1b: Lustig wird es, wenn man jetzt die Regeln ändert und beim Klatscher losgegangen werden soll und auf die Ansage „Stop“ angehalten wird. Super ist es hier, wenn man zu zweit die Anleitungen gibt und der/die andere Trainer/in nun diese Regeln einsetzt. Das ganze macht sowohl den SpielerInnen als auch den AnleiterInnen großen Spaß. 

Variante 2: Hier sind die Regeln so, dass  alle SpielerInnen durch den Raum gehen und eine Person stehen bleiben darf/muss. Wenn diese Person nun auch wieder durch den Raum geht, muss eine andere Person anhalten. Man kann es so anleiten, dass der Impuls nur von der stehenden Person ausgehen kann, oder auch so, dass jede beliebige MitspielerIn stehenbleiben darf und damit die stehende Person dazu bringt, wieder zu gehen. 

Variante 2b: Dies geht auch umgekehrt, also alle SpielerInnen stehen und eine Person geht durch den Raum.

Variante 2c: Beide vorherigen Varianten können auch mit 2/3 gehenden bzw. stehenden Personen gespielt werden. Dadurch kommt noch eher die Herausforderung hinzu, „wer setzt sich durch“ „wer gibt nach“ etc. Es entstehen spannende Dynamiken und als TrainerIn bekommt man ein Gefühl für einzelne Personen aus der Gruppe.

Ergänzung: Gerade bei Variante 2c ist der Zusatz ganz hilfreich, dass alle SpielerInnen den Impuls haben sollten, losgehen zu wollen. Dadurch entsteht eine spielerische Dynamik und man bleibt nicht nur so im Raum stehen.

Variante 3: Man kann durch das ergänzen von Stühlen eine weitere Dimension einführen und nun Sitzen & Stehen & Gehen. Dies kann man auf alle oben erläuterten Varianten anwenden.  

Puh, ganz schön viele verschiedene Möglichkeiten dieser Übung. Ich kann nur empfehlen, alle mal auszuprobieren und die feinen Unterschiede selber zu erleben. 

Ich freue mich auf Kommentare, was dabei alles so passieren kann. 

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: 8 – 25 Personen

Material: Nix

Zeitaufwand: 10-15 Minute

Raumbedarf: genug Platz, dass sich alle frei im Raum ohne viele Hindernisse bewegen können

Anwendung: Um die Aufmerksamkeit auf die Gruppe zu lenken. Gemeinsam spüren und abstimmen. 

Sieben

Oktober 17th, 2011

Irgendwie laufen mir in letzter Zeit immer Abzählspiele über den Weg. Dieses Spiel kenne ich noch aus der Schule wo es von unserer Mathematiklehrerin immer in der letzten Stunde vor den Ferien gespielt wurde. Nun hat es ein Kollege bei einem Erfahrungsaustausch mit uns gespielt und durch kleine Ergänzungen ist es in meinen Augen zu einer netten Übung für Seminare geworden.

 

Die Regel ist recht einfach. Die Gruppe steht im Kreis und man zählt fortlaufend. Jedes Mal, wenn eine Zahl an der Reihe ist, die entweder die 7 enthält (also 7, 17, 27, 37, …) oder die durch 7 teilbar ist (7, 14, 21, 28, …) wird sie durch ein anderes Wort ersetzt. Man könnte hier zum Beispiel ein Wort nehmen, das zu den Seminarinhalten passt, oder einfach nur „Blubb“ oder so.

Ein Element, welches dieses Spiel meines Erachtens nach spannender macht, ist ein gemeinsamer Rhythmus. Es wird also erstmal mit der Gruppe ein Rhythmus etabliert. In unserem Fall war das

auf die Schenkel klatschen

in die Hände klatschen

die Zahl sagen.

So wird die Nachdenkzeit reduziert, etwas Druck aufgebaut und Spannung erzeugt.

In unserer Gruppe sind wir zum Beispiel nie über die 28 hinaus gekommen, hatten aber einen großen Spaß.

Wenn man an eine Gruppe gerät, die mit dem ersetzen einer Zahl keine Probleme hat, dann kann man gut und gerne eine weitere Zahl (z.B. die 3) durch ein anderes Wort ersetzen.

 

Für mich hat sich dieses Spiel aus dem Matheunterricht herauskatapultiert und ich freue mich über Rückmeldungen, wo es noch eingesetzt werden kann.

 

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: 7 – 15 (wenn es zu viele sind, wird es ein bisschen langweilig, für diejenigen, die nicht dran sind)

Material: Nix

Zeitaufwand: ca. 10 Minute

Raumbedarf: Es ist schön, wenn man im Kreis stehen oder sitzen kann, geht aber auch anders, solange man eine Reihenfolge etabliert

Anwendung: zum auflockern

 

 

Rufen und Tippen

September 12th, 2011

So wie das letzte Spiel, hab ich auch diese Übung bei einem Impro-Workshop mit Sandra Kiefer kennen gelernt. Meines Erachtens nach eignet es sich auch gut dazu um in „normalen“ Seminaren etwas Bewegung zu schaffen und Namen zu wiederholen und zu festigen.

 

Die Gruppe steht wie so oft im Kreis. Eine Person geht los und tippt eine weitere Person im Kreis an. Dann geht sie wieder zurück zu ihrem Platz. Die Person die angetippt wurde sagt laut einen Namen einer anderen Person. Diese „gerufene“ Person geht nun wiederum los und tippt die nächste Person an.

Klingt erstmal ganz einfach, aber selbst bei dieser leichten Variante kommt es schon zu Verwirrung und Spaß. Da laufen angetippt Menschen los oder Gerufene rufen zurück oder es werden Personen gerufen, die gerade unterwegs sind.

Nach einer Weile läuft es dann aber meist ganz gut und man kann einen weiteren Strang starten. Das erhöht die Komplexität, da man ja nun auf mehr Menschen achten muss.

 

Durch diese Übung schult man den Überblick und Aufmerksamkeit, Namen werden noch mal in Erinnerung gebracht und parallel Prozesse werden veranschaulicht.

Ein Aspekt, auf den man achten kann, ist es, den Spielfluss nicht abfallen zu lassen, dass also die Person die angetippt wird, direkt einen neuen Namen nennt und nicht lange überlegt.

 

Bei mehreren Strängen kommt es leicht zu Verwirrung, die man auch einfach aushalten kann, denn wir haben ganz klar die Erfahrung gemacht, dass es sich von ganz alleine wieder ins Lot bringt.

 

Ich freue mich auf Anmerkungen und Kommentare an dieser Stelle.

 

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: 8 – 20 Personen

Material: Nix

Zeitaufwand: ca. 10 Minute

Raumbedarf: Man sollte locker mit allen Menschen im Kreis stehen können

Anwendung: Namen wiederholen, Verwirrung stiften, Lachen

 

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8

August 27th, 2011

Ich bleib einfach mal bei den Abzählspielen. Gerade komme ich von einem tollen Impro-Workshop zurück, wo wir dieses Spiel gespielt haben. Es ist etwas herausfordernder als 1-2-3 und mindestens genau so lustig. Vielen Dank an Sandra Kiefer, die dieses Spiel angeleitet hat. 

Am Anfang scheint alles noch recht einfach. Alle MitspielerInnen stehen im Kreis. Die erste Person zählt mit 1 los. Sie gibt ein direktes Signal an die rechte oder linke Person neben ihr. Dieses Signal setzt sich zusammen aus Blick und Armbewegung. Wenn es links weiter gehen soll, blickt man also nach links und hebt den rechten Arm über den Kopf im Bogen, so dass die Hand zur rechtsstehenden Person weist. Klingt vielleicht etwas kompliziert, ist aber ne recht einfache Bewegung. Und so geht es weiter. Die Person, die den Impuls gegeben hat, zählt weiter und gibt den Impuls weiter. JedeR kann entscheiden, ob es rechts oder links weiter geht. Wichtig ist, dass der Impuls klar ist (Blick, Arm) und die Zahl laut zu hören ist.

Wenn man dann bei 8 angekommen ist, geht es wieder bei 1 los. Das ist die Grundregel. Das würde ich erstmal ein bisschen laufen lassen um Routine zu etablieren.

Im nächsten Schritt kann nun eine weitere Regel eingeführt werden. Es gibt die Möglichkeit, den Impuls zu blocken. Dazu stellt man sich der Person, von der man den Impuls bekommen hat entgegen und hebt die Arme zu einem Block (Ellbogen zur Person, Unterarme parallel nach oben, Hände zu Fäusten ballen). Wichtig ist, dass man auch zählt, wenn man blockt, damit dieser Fluss nicht verloren geht. Auch diese Regel sollte ein bisschen geübt werden. Der Block sorgt übrigens dazu, dass es in der Richtung weiter geht, aus der der Impuls gerade kommt.

Es gibt nun eine Erweiterung zu dem Block. Die Person die blockt, hat nach dem Block zwei Möglichkeiten. Sie wendet sich zu der Person, von der keine Impuls kam und sagt entweder „fuck you“ (ich weiß, derbe Sprache, vielleicht fällt da ja noch eine etwas sanftere Variante ein) oder „keep digging“. Bei „f… you“ wechseln die angesprochene Person mit der nächsten Person die Plätze (nicht mit der Person, die „f… you“ gesagt hat). Bei „keep digging“ hüpfen die angesprochene und die nächste Person hoch und die dritte Person in der Reihe nimmt den Impuls auf und zählt dort weiter, wo die Person, die geblockt hat, aufgehört hat.

Jetzt, wo ich das hier so aufschreibe erscheint es mir etwas kompliziert, im Spiel war es aber wesentlich simpler und hat echt Spaß gebracht. Meine Empfehlung ist aber, das einmal mit einer vertrauten Gruppe zu üben, bevor man dieses Spiel an „Fremden“ ausprobiert. Ich muss auch dazu sagen, dass alle TeilnehmerInnen des Workshops, in dem ich dieses Spiel kennen gelernt habe, schon recht erfahrene SpielerInnen waren. Ist vielleicht nix für blutige AnfängerInnen.

Ich würde mich gerade bei diesem Spiel über Rückmeldungen sehr freuen.

 

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: lohnt sich ab 20 Personen, nach oben keine Grenze

Material: Nix

Zeitaufwand: 1 Minute

Raumbedarf: Keiner

Anwendung: Um die TeilnehmerInnen wieder zusammenzuholen

1 – 2 – 3

August 13th, 2011

Nach einer kleinen Sommerurlaubspause gibt es endlich wieder eine neue Übung, die ich in der letzten Woche gemeinsam mit einem international zusammen gesetzten Team gespielt habe und es viel zu lachen gab.

 

Es fängt erstmal ganz harmlos an. Die MitspielerInnen stellen sich paarweise einander gegenüber auf. Nun wird einfach durchgezählt, immer bis drei. Also:

Person A: 1

Person B: 2

Person A: 3

Person B: 1

Person A: 2

…

 

 

Klingt eigentlich ganz einfach, aber schon hier kommen die ersten Paare ins straucheln, wundern sich, lachen und starten noch mal durch, bis es einigermaßen klappt.

 

Jetzt wird die Zahl 1 durch eine einfache Bewegung ersetzt. Diese Bewegung kann entweder vorgegeben werden, oder die Paare überlegen sich selber eine Bewegung. Ich tendiere meist zu der „selber machen“ Variante. Dann sieht das ganze zum Beispiel so aus:

Person A: Schulterzucken

Person B: 2

Person A: 3

Person B: Schulterzucken

Person A: 2

…

 

 

Auch noch ganz einfach, aber auch hier kommt es zu kleineren und größeren

Verwirrungen.

Im nächsten Schritt wird die Zahl 3 durch eine Bewegung ausgetauscht. Ich nehme absichtlich die 3 und nicht die 2, da so auch die letzten Paare ein bisschen straucheln und über sich lachen können.

Im letzten Schritt wird dann noch die 2 ersetzt. Als weitere Option gebe ich dann noch rein, dass bei einem Fehler die Person, die den Fehler gemacht hat, einmal um den Partner (oder wahlweise auch die ganze Gruppe) laufen soll.

Ich lasse es dann so lange spielen, bis entweder alle munter verzweifeln oder sich eine Routine eingestellt hat.

 

Mich freut an der Übung, dass sie so einfach ist und doch für Amüsement sorgt. Über weitere Erfahrungen freue ich mich in den Kommentaren.

 

 

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: mind. 2, ab 6 ist es lustig, ach oben so gut wie offen, aber ich würde vermutlich bei 100 Schluss machen

Material: Nix

Zeitaufwand: 5-10 Minute

Raumbedarf: Keiner

Anwendung: Muntermacher

Copydance

Juni 6th, 2011

 

 Nach der letzten, etwas technischen Übung heute wieder etwas für den Körper. Dies ist eine muntere Übung, die ich im ImproTheater von Sandra Kiefer kennengelernt habe. Kann aber meiner Meinung nach auch in Seminaren mit „normalen“ Menschen eingesetzt werden.

Ist eigentlich auch ganz einfach. Alle stehen mal wieder im Kreis. Nun wird Musik angemacht, am besten vorher beschwingte Musik verschiedener Stilrichtungen raussuchen. Eine Person (meistens die Seminarleitung) beginnt mit einfacher, wiederholender Bewegung auf die Musik zu tanzen (z.B. hüpfen, mit dem Arm rudern, Powackeln, Fußtippen etc). Alle anderen übernehmen die Bewegung. Diese wir nun so lange ausgeführt, bis eine neue Person eine neue Bewegung einführt und alle Anderen diese Bewegung übernehmen.Das macht großen Spaß, wenn sich die verschiedenen Bewegungen schnell abwechseln. Da kann man als Leitung etwas nachhelfen, sollte aber aufpassen, dass man dann nicht zu viel reingibt und die Ideen nicht mehr von den TeilnehmerInnen kommen. Die Intensität regelt sich meist selbständig in der Gruppe, auf einige wilde Bewegungen folgen etwas ruhigere und umgekehrt.

Das ganze kann nach einer Weile auch frei im Raum stattfinden und die Konzentriertheit des Kreises auflösen, dann kommt es auf etwas feinere Wahrnehmung von neuen Bewegungen an.

Mir macht diese Übung großen Spaß und ich freue mich auf Kommentare, wie sie anderen gefällt.

Die Eckdaten noch mal in einer kleinen Zusammenfassung:

MitmacherInnen: 8 – 20 Personen

Material: Musik und Musikabspielgerät

Zeitaufwand: 5 – 10 Minuten

Raumbedarf: Man muss sich schon etwas bewegen können

Anwendung: Den Körper in den Fokus bringen, sich an Bewegungen erfreuen